
Edit: dieser Beitrag wurde überarbeitet und ergänzt, um die aktuellen Entwicklungen zu berücksichtigen. Ergänzungen sind in blau gekennzeichnet
Die Bildpolitik von instagram wird immer mehr zu einem Problem für alle, die einfach Ihre Bilder präsentieren möchten. Videos, Werbung, Einblendungen, immer mehr Funktionen, ein Algorithmus, der ihnen „vorschlägt“ was sie sehen sollen und die (für Aktfotograf:innen und -models nervige) willkürliche Löschung ihrer Aktbilder. Alles das stört viele Menschen mehr und mehr.
Ich habe es ja schon hier und auchhier vor längerem kritisch diskutiert.
Shadowbans, Profillöschungen, wilkürliche Beschränkungen, und die erzwungene Selbstzensur der Aktbilder – die nur zu oft doch eine Löschung nicht verhindert. Dazu der oft unschöne Beschnitt der Bilder.
Wer braucht so etwas?
Diese Frage führt dazu, dass immer mehr Fotograf:innen und Models sich nach einem neuen Platz umsehen, wo sie ihre Bilder ohne diese Einschränkungen zeigen können.
Einer dieser neuen Plätze ist fotoapp – kurz: foto
Ein kleines Team rund um Michael Howard begann vor einiger Zeit daran zu arbeiten eine sinnvolle Alternative zu instagram zu entwickeln. Eine Alternative, die Fotos in den Mittelpunkt stellt und auf den ganzen Bullshit, den instagram mittlerweile in sich trägt, verzichtet.
foto ist werbefrei, ohne videos, erlaubt Aktfotografie ohne Zensur (mit ein paar Regeln) und verzichtet auf Algorithmen und Beschnitt.

Der Look erinnert an Zeiten als instagram noch eine reine fotosharing-Plattform war.
Neue Bilder erscheinen chronologisch. Man kann Profilen folgen und Mitglieder verlinken.
Die App hat vor kurzem den Beta-Status verlassen und ist jetzt über die Appstores von apple und google verfügbar. Die Links dazu findet ihr auf der Homepage.
foto ist derzeit (Feb/März 2025) noch sehr frisch. Es fehlen einige Features, die man sich wünscht, wie z.B. einen integrierten Messenger. Das ist angekündigt, wie viele andere Features und Funktionen auch. Die Roadmap dazu findet ihr hier
Edit (Jan 2026): mittlerweile hat sich einiges getan. Der Look wurde angepasst (die sog. user-experience), die Möglichkeit Bilder zu kommentieren eingeführt und es wurden Portfolios etabliert. Portfolios sind die Möglichkeit, Bilder in Sammlungen zusammen zu fassen. Also thematisch zusammen hängende Bilder unter einem gemeinsamen Titel zu zeigen. Ein Feature, dass vor allem den Pay-Usern Vorteile bringt. Da die Zahl der möglichen Portfolios abhängig davon ist, ob und wie viel man für fotoapp ausgeben möchte.

So sieht derzeit der Startbildschirm des Portfolios aus.
Wie im nächsten Absatz bereits erwähnt, gibt es nach wie vor eine kostenlose Variante. Diese wird in den Zusatzfeatures beschränkt sein, bietet aber bislang keine Beschränkungen in der Uploadzahl und dem, was gezeigt und betrachtet werden darf (z.B. Akt). Auch diese Version ist – wie die gesamte fotoapp – werbefrei.
Zudem läuft die App mittlerweile deutlich stabiler als noch vor ca. 1 Jahr.
foto ist kostenlos
Es sind darüber hinaus 2 Stufen von Pay-Profilen geplant, die in der Zukunft erweiterte Funktionen bekommen werden. Infos dazu ebenfalls auf der Homepage. Man konnte sich bis zum 22.3.25 noch als „Ambassador“ einschreiben und die Entwicklung der app finanziell unterstützen.
Also alles gut? Fast!
Die App ist noch jung. Hat derzeit ca. 50.000 Mitglieder (Stand: Feb. 25). Edit: aktueller Stand (Jan. 26): unbekannt.
Was gegenüber der kürzlich beendeten Beta-Phase schon eine Verdreifachung darstellt, aber natürlich winzig ist gegenüber instagram.
Es fehlen noch einige Funktionen. Das Entwicklerteam ist klein, auch wenn neue Leute dazu kommen. Es braucht also etwas Geduld.
Edit: Was immer noch (Jan 2026) der Fall ist. Portfolios sind verfügbar, aber die User warten nach wie vor auf eine Homepage, die zur Bildpräsentation genutzt werden kann. Und leider auch eine Messenger-Funktion ist nach wie vor nicht vorhanden.
Die Möglichkeit Aktbilder ohne Zensur zu zeigen, unterliegt den Regeln von foto zu Bildinhalten. Fotoapp möchte künstlerischem Akt (fine art nude) einen Platz bieten. Die Darstellung primärer Geschlechtsteile, sexueller Inhalt, Pornografie u.ä. ist untersagt.
Das Team checkt uploads, und entfernt Inhalte, die gegen die Regeln verstoßen. Bzw. fordert das Mitglied auf, den Inhalt zu entfernen. Viel Handarbeit, mal sehen, wie das funktioniert, wenn die app wächst.
Edit: hier haben sich in den letzten Monaten einige Probleme ergeben. Freaks und Exibitionisten ließen nicht lange auf sich warten, da sich schnell rumgesprochen hat, dass man hier unzensiert Akt zeigen darf. Ob Dick- , Porno- und Muschiknipsbilder als Akt zu bezeichnen sind, da darf drüber diskutiert werden (ich finde nicht – jedenfalls meistens). Auf jeden Fall widersprechen diese Bilder den Regeln von fotoapp (s.o.). Was dazu führte, dass einige Regeln strenger kontrolliert und Funktionen angepasst wurden, was zu einigen Diskussionen unter den Usern führte.
Um es klar zu sagen, die Gerüchte, dass foto jetzt den unzensierten künstlerischen Akt einschränkt oder nur zensiert zulässt, sind falsch!
Richtig ist, dass fotoapp noch genauer auf die Einhaltung der Regeln achtet und sich nicht scheut, Regelverstöße zu ahnden. Da das Team klein ist, ist man hier auf die Mitwirkung der Nutzer angewiesen, was die Entdeckung von Regelverstößen angeht.
Zudem kommt es immer wieder zu Spam-Wellen. User werden von Fakeprofilen angeschrieben, die in Bildkommentaren Angebote machen, die zu schön sind, um wahr zu sein. Auch hier versucht man dagegen anzugehen. Aber es ist ein Katz- und Mausspiel, wie leider woanders auch.
Meine abschließende Meinung:
Ich bin seit Beginn der erweiterten Betaphase (Sept. 24) dabei und sehe wie sich foto enwickelt. Es gab ja schon einige Ansätze, eine Alternative zu instagram anzubieten. Die meisten sind gescheitert oder fristen ein Schattendasein.
foto hat für mich Potential. Der Ansatz stimmt. Ich finde viele tolle Fotografen und Fotografinnen aus der ganzen Welt. Das Scrollen durch neue Uploads könnte etwas abwechslungsreicher sein, aber ich habe hier die Chance wirklich neues zu entdecken und muss mich nicht von einem Algorithmus bevormunden lassen.
Ich muss meine Bilder nicht zensieren und kann sie in dem Schnitt zeigen, in dem ich sie entwickelt habe. Dazu kann ich mir Bilder als Fullscreen anzeigen lassen und sogar in sie hinein zoomen. Die Regeln zu Akt finde ich fair, bieten sie doch genug Spielraum für klassischen Akt.
Edit: ich kann Bildteilnehmer direkt verlinken, sofern sie ein Profil bei foto haben, oder auch einen link in die Bildbeschreibung stellen. Die Zahl der Tags ist auf 3 begrenzt und kann nur aus einem Katalog heraus ausgewählt werden. Zwar fehlt das eine oder andere, aber ich kann dadurch meine Suche nach Tags und Themen besser gestalten.

foto ist aber weit mehr als ein Platz für Aktfotografie. Im Gegenteil. foto wendet sich an alle Fotografinnen, Fotografen und auch Models, egal welches Genre sie betreiben.
Edit (Jan 26): Dazu kommt, dass Michael Howard sich sehr für die Fotografie engagiert. Er organisiert regelmäßig Podcasts (auf Substack zu finden) und organisiert u.a. Fotowalks. Zudem ist er direkt per mail erreichbar. Was eine echte Ausnahme ist, in einer Zeit, in der sich Service immer mehr hinter KI-Bots versteckt.
An der Stelle sei angemerkt, dass ich es sehr begrüße, dass so auch Regelverstöße gemeldet werden können. Ich betrachte das nicht als Denunziation. Sondern als Hilfe, dass diese App erfolgreich wird. Denn wenn sie sich zu einem „Paradies“ für Spinner, Exibitionisten, Spammer und ähnliche nervige Zeitgenossen entwickeln würde, wäre die App schneller platt, als einem lieb wäre.
Die Menge an KI-Bilder ist im Vergleich zu anderen Plattformen (noch) gering. Auch wenn solche Bilder nicht verboten sind, scheint der Name und das gesamte Drumherum von „foto“ doch eine Wirkung zu haben, die eben gezielt Fotograf:Innen anlockt. Was ich sehr gut finde. Mal sehen obs so bleibt.
Dennoch bleibt abzuwarten, wie es sich entwickelt. Ich wünsche dem Team, dass ihm nicht die Luft und das Geld ausgeht. Und das schnell wichtige Funktionen, wie der Chat dazu kommen, Denn auch wenn instagram oft nervt. Es ist eben noch immer die beste Plattform um zu netzwerken.
Zudem steht foto in Konkurrenz zu anderen Plattformen, wie X oder bluesky. Ich persönlich halte diese Plattformen nicht für den richtigen Ort um mein Portfolio zu zeigen, da sie primär als Chat- und Informationsplattformen entwickelt wurden. Aber auch dort erkennt man die Zeichen der Zeit. Bluesky entwickelt derzeit eine eigene Fotoplattform.
Es bleibt spannend. Wer fotografiert und seine Bilder präsentieren möchte, sollte sich foto einmal anschauen.
Ach ja, Ihr findet mich in foto unter DirkBee
++++++++++++++++++++++++++++++
Edit:
05.01.2026: Ergänzungen zu den aktuellen Entwicklungen. (in blau dargestellt)
04.03.25: Anpassungen um Kontext und Lesbarkeit zu verbessern
03.03.25: Einfügen Kommentarfeld in die Webversion
03.03.25: Ergänzung Hinweis auf Genres
03.03.25: es wurden kleine Korrekturen eingefügt, um die Lesbarkeit und den Kontext zu verbessern. Rechtschreibfehler wurden behoben.
03.03.25: Ergänzung Hinweis auf Mitgliedsnamen bei foto
++++++++++++++++++++++++++++++
2 Antworten zu „foto”.
-
Vielen Dank für den guten Artikel über fotoapp.de
Ich bin auch seit der Beta Test Phase dabei und verfolge aktiv die Verbesserungen. Gerne nehme ich die Anfangsphasen und auch die Bugs in Kauf, denn ich denke, es wird ene gute App, die mit genügend Unterstützung der Fotobegegeisterten zu einer guten Plattform für uns Fotoschaffende wird.
Mir gefallen auch die Möglichkeit, ausführlich zu einem Bild etwas zu erzählen, und die „Roadmap“ verspricht einen sehr guten Weg. Wie lange es dauert, bis ich von Insta weggehe, mal sehen. Schon jtzt poste ich auf Insta weniger als auf Foto. Und ich freu mich, wenn ich Foto mal am Computer nutzen kann, denn dann erst entfällt für mich der Weg, ein Bild zu speichern, das Endgerät zu wechseln und dann hochzuladen.
Aber schon heute ist mir die App die monatlichen 5 Euro wert, die ein Ambassador Status kostet. Auf dass wirklich dieses Angebot werbefrei bleibt.
Grüsse
Jörg (auf foto: dr_fotograf)-
Danke Dir!
Ich sehe das genauso. Und habe auch schon länger ein Ambassador-Abo abgeschlossen. Ich unterstütze es ausdrücklich, dass es tragfähige Alternativen zu insta gibt und bin auch bereit, dafür ein paar Euro zu bezahlen. Insta mag kostenlos sein, aber es nicht umsonst. Ich bezahle dort mit meinen Daten und es kostet mich Nerven.
-






Hinterlasse einen Kommentar