wenn ein Bild eine Geschichte erzählt…

Es wird ja oft darüber diskutiert, inwieweit es Sinn macht, Bildern einen Namen, Beschreibung etc. zu geben.

Die Puristen meinen, dass es der Sache schadet, wenn der Fotograf dem Betrachter quasi vorschreiben will, was er zu denken und – noch fataler – zu fühlen hat. Umgekehrt ist es aber oft so, dass ein Bild schon mit einer gewissen Intension entsteht. Das Fotograf und Model bei der Anfertigung Emotionen haben und in das Bild einfließen lassen. Gedanken fließen lassen und Geschichten erzählen wollen. So geht es mir in vielen Fällen. Ich gebe meinen Bildern zumeist Namen – will den Betrachter lenken. Ihn mitnehmen in meine Gedankenwelt. Das gelingt nicht immer – und ich erreiche vielleicht auch genau das Gegenteil, von dem was ich beabsichtigt habe. Manchmal bin ich uninspiriert und schreibe nur dummes Zeug. Aber ab und an weiß ich auch schon vor dem Shooting, wie ein Bild heißen soll – oder spätestens dann, wenn es im Kasten ist. Oft verknüpfe ich es auch noch mit Musikstücken, um die Geschichte, die ich darin sehe zu untermalen.

Ein Beipiel:

FCs--92Try walkin in my shoes (Depeche Mode)

„Now I’m not looking for absolution forgiveness for the things I do 
but before you come to any conclussions 
try walking in my shoes try walking in my shoes

You’ll stumble in my footsteps keep the same appointments I kept 
if you try walking in my shoes if you try walking in my shoes“

Zuerst war der Song – aus dem heraus die Bildidee entstanden ist – hier ist es noch recht einfach zu erklären. Weil hier das Bild quasi um den Song herum entwickelt wurde. Es spiegelt aber auch ein wenig die Geschichte der Person wieder, die auf diesem Bild – wenn auch nur andeutungsweise – zu sehen ist…

Aber es geht auch anders herum:

FCs--84rage

hier habe ich nach langem Überlegen den Song „Ein Schmerz und ein Kehle“ von Jennifer Rostock verbunden.

Oft sind es eher die emotionalen Bilder, die Geschichten erzählen, oder in denen ich ein wenig über die Person oder das, was ich in ihr sehe erzählen will. Die Musik ist daher nicht nur durch ihre Melodie, sondern auch vor allem durch die Texte wichtig. Aber auch der Bildtitel ist durchaus schon relevant. Ich sehe mich da wirklich als Geschichtenerzähler. Ähnlich, wie ein Buchautor. Der wird auch keine leeren Seiten abliefern, mit der Intension, dass sich der geneigte Leser doch bitte selbst eine Geschichte ausdenken solle…

Klar: bei Bilder brauche ich nicht unbedingt Text, um Emotionen und Gedanken beim Betrachter auszulösen – und auch der Gedanke, dass eine Reizüberflutung eh viel zu oft stattfindet, ist nicht von der Hand zu weisen. Ebenso das Argument, das der Mensch das Recht und die Freiheit besitzen soll, sich seine eigenen Gedanken machen zu dürfen – was viele oft gar nicht mehr beherrschen, da ja vieles durch die Medien vor- und durchgekaut serviert wird…

So hat jedes Ding seine zwei Seiten – ich stehe im Moment eher auf der, dass ich meine Bilder betitel und untermale, um dem Betrachter Hinweise darauf zu geben, was ich damit bezwecke. Ob das immer funktioniert, sei dahingestellt. Vielleicht ändere ich meine Sicht auch demnächst… Mein Motto: alles bleibt anders! Lasst Euch überraschen.

Hier auf jeden Fall noch ein paar Bilder mit den dazugehörigen Titeln und Songs…

Du flüsterst Sätze mit Bedacht durch all den LärmDu flüsterst Worte mit Bedacht – durch all den Lärm…

FCs--16Ist meine Hand eine Faust, machst Du sie wieder auf…

FCs--2-43road to nowhere (Bullet for my Valentine)

FCs--392music was my first love

FCs--247Feind in meinem Kopf (Daniel Wirtz)

FCs--347nasty child (gebrannte Kinder  (Daniel Wirtz))  FCs-3 (2)mad world

only one nightonly one night (wovon sollen wir träumen? (Frida Gold))

Soweit meine Sicht der Dinge, was Verknüpfungen und Titel angeht – vielleicht schildert ihr mir Eure?

Natalie – oder wie Bilder durch den Menschen vor der Kamera profitieren

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Natalie habe ich im Oktober 2012 kennen gelernt. Von Anfang an herrschte bei uns so etwas, was man landläufig als „gute Chemie“ bezeichnen könnte. Was sich bereits beim ersten Shooting zeigte, wo ich mit ihr einige sehr emotionale und individuelle Bilder machen konnte.

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Etwas, was gerade am Anfang – wenn ich jemanden noch nicht gut kenne – nicht selbstverständlich ist. Aber hier hatte ich offenbar instinktiv den richtigen Nerv getroffen. Es entwickelte sich hier eine Zusammenarbeit, die enorm viele Ideen erzeugt, die in teilweise nächtelangen Gesprächen entstanden. So kamen mittlerweile 10 Shootings zustande. Jedesmal mit unterschiedlichen Schwerpunkten und Inhalten. Von Akt bis Trash war bislang alles dabei. Auch beim Pur-Projekt ist sie dabei – ja sogar Mitinitiatorin – da mich ihre Haltung, bzw. Ablehnung, der ganzen persönlichkeitsverachtenden Beautyshooterei auf diese Idee gebracht haben

Als zweites Shooting gab es ein Aktshooting in einer Lost Location:

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Ich zeige in diesem Artikel nur eine kleine Auswahl der entstandenen Bilder – mehr findet ihr in der Gallerie.

Durch Natalie habe ich viel über die Fotografie von Menschen gelernt. Ich behaupte sogar, dass ich heute anders fotografieren würde, wenn ich sie nicht kennen gelernt hätte. Ihre Sensibiltät und Kreativität sind nicht nur für mich sehr inspirierend gewesen, sondern zeigen mir auch immer aufs Neue, wie wichtig und auch spannend es sein kann, wenn ich versuche hinter die Fassade der äußeren Hülle zu blicken, die mir die Person vor meiner Kamera anfangs bietet. Natalie hat eine enorme Variabilität und emotionale Ausdrucksstärke, die ich so bei kaum einen Menschen bislang erleben durfte. Sie ist immer sie selbst vor der Kamera. Das zu erkennen und zu beachten hat mit dazu beigetragen, dass diese vielen unterschiedlichen Bilder entstanden sind. Aber darüber hinaus auch mein Auge und meine Antennen geschult auch bei anderen Menschen Emotionen besser zu erkennen und im Bild fest zu halten.

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Ich blicke jetzt auf hunderte von Bildern zurück und freue mich auf, die, die noch kommen werden. Denn Ideen gibt es noch genug. Ich kann mich nur bedanken an dieser Stelle für die Zeit, die Gespräche und die Shootings, die wir gemeinsam machen durften bislang.

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Mehr von ihr findet ihr in der Gallerie.

black & pandora

Hinter diesem Titel verbergen sich 2 sehr außergewöhnliche Damen, die ich Mitte des Jahres kennen lernen durfte. Lili und Myléne.

Mit Lili hatte ich mich zu einem Konzeptshooting verabredet – wir verbrachten den ganzen Tag damit an einer kleinen Bildgeschichte zu arbeiten. Thema: „wovon sollen wir träumen?“ oder auch: „only one night?“ Ein Paarshooting, zu dem wir Martin als männlichen Protagonisten gewinnen konnten. Die Idee dazu stammt von Lili. Einem Menschen mit ungeheuer viel Energie und einem Kopf voller Ideen, die sie aus der Auseinandersetzung mit ihrem Alltag und ihrer Umwelt gewinnt. Ihr Künstlername „schwarze Amazone“ ist Programm

only one night

„Wir lassen uns treiben durch die Clubs der Stadt
Durch fremde Hände und wir werden nicht satt
Wir wachen dann auf bei immer anderen Geliebten
Von denen wir dachten, dass wir sie nie verlassen“

nebenbei entstanden noch ein paar weitere Bilder:

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Mit Lili wird es in Zukunft weitere Shootings geben. Ideen haben wir genug. Aber oft ist es die Zeit, an der es mangelt. Ich freue mich auf jeden Fall drauf.

Bei diesem Shooting lernte ich auch Myléne kennen, die eigentlich nur als Begleitung anwesend war – aber ebenfalls Interesse an einem Shooting hatte, was wir dann Anfang August umsetzen konnten. Ich glaube, ich habe da ein wenig die Büchse der Pandora gelüftet (zumindest, wenn man ihrem Künstlernamen glauben möchte 😉  ). Eine Frau mit ungeheuer viel Energie, die sie auch in ihren Bildern rüber bringt. Das erste Shooting brachte bereits beachtliche Ergebnissen, wie ich finde.

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Diesmal war Lili als Begleitung mit dabei – und ich konnte es mir nicht nehmen ein Bild von beiden zusammen zu machen. Ich danke Euch!!!

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Bilder vom 2. Shooting  mit Myléne findet ihr im pur-ein projekt und hier

mehr demnächst hier!